Jeff Bezos, der Amazon-Gründer hat vor ein paar Jahren die "Washington Post" gekauft und jetzt harte Einschnitte durchgeführt. 300 Mitarbieter werden entlassen, darunter auch viele Auslandskorrespondenten. Auch das Berliner Büro ist betroffen und wird geschlossen.
N-TV hat die Gelegenheit genutzt und ein Interview mit dem Leiter des Berliner Büros der "WP", Aaron Wiener, geführt.
Nun kann man ja über die WP denken, was man will, aber sie gilt allgemein als halbwegs seriöse Zeitung mit hohem journalistischen Anspruch. Wie das aussieht und was das genau bedeutet, konnte man in dem Interview lesen.
Der Journalist sagt unter anderem:
"Der Bedarf an Qualitätsjournalismus ist gerade jetzt groß. Früher hatte zumindest jede größere Stadt eine Tageszeitung, die seriös und umfassend über lokale, nationale und internationale Themen berichtete. Das ist lange vorbei. Fällt die "Washington Post" aus, bleibt fast nur noch die "New York Times", die überhaupt in der Lage ist, jeden Tag kritisch und investigativ über die Trump-Regierung zu berichten. Die Medienlandschaft ist sehr zersplittert und polarisiert. Einen unvoreingenommenen Blick findet man immer seltener. Manche sagen schlicht nicht die Wahrheit."
So so... "unvoreingenommener Blick, seriös undumfassend berichten". Und das im selben Satz mit "kritisch über die Trump-Regierung berichten". Das muss man erst mal hinkriegen, ohne sofort selbst Fragezeichen im Kopf zu bekommen.
Also unvoreingenommen, seriös und umfassend bedeutet für ihn, die Trump-Regierung zu kritisieren. Also nicht jede Regierung allgemein, sondern nur die Trump-Regierung.
Dieses Verständnis von Unvoreingenommenheit konnte man auch gut während der Biden-Regierung beobachten. Da hat die WP die Politik von Biden überwiegend wohlwollend begleitet, von einigen wenigen Asnahmefällen abgesehen, wo nicht mal mehr linksliberale Journalisten das Desaster ignorieren konnten (Afghanistan-Abzug, illegale Grenzübertritte) und zum Gesundheitszustand, den andere Medien schon vor Jahren kritisiert haben, hat die WP erst sehr spät etwas kritisches geschrieben. Vorher war das alles nur böse rechte Propaganda. Und die "Kritik" beschränkte sich bei der WP am Anfang sogar nur darauf, daß es überhaupt erwähnt wurde, daß andere Zweifel am Gesundheitszustand haben.
Auch das Medienverständnis, das er offensichtlich hat, kommt schön in dem Zitat oben zum Ausdruck. Er kritisiert offenbar, daß die Medienlandschaft sehr zersplittert und polarisiert ist.
JA WAS DENN SONST???
Will er Einheitsmedien, die sich alle einig sind? Eine Zersplitterung und Polarisierung ist nun gerade ein Beleg für Vielfalt der Meinungen. Zersplitterung bedeutet sehr viele Medien. Und das ist gut so! Einheitsmedien gibt es im Kommunismus!
Und daß manche nicht die Wahrheit sagen, gehört dazu! Ja, auch das gibt es in einer vielfältigen Medienlandschaft. Das muss man ertragen, zumal die WP nun auch nicht gerade der Hort der Wahrheit ist. Deren Wahrheit ist das, was ihrer politischen Überzeugung entspricht.
Also von einem angeblichen Top-Journalisten erwarte ich eigentlich mehr Verstand und Logik.
Daß N-TV die Aussagen nicht hinterfragt, wundert mich aber nicht.
Und im selben Interview mit N-TV bringt er noch ein Beispiel für die "Unvoreingenommenheit" der WP:
"Bei den Meinungsartikeln war das anders. Es ist auch nachvollziehbar, dass der Besitzer einer Zeitung das tut, selbst wenn er entscheidet, die Zeitung soll keine Wahlempfehlungen mehr abgeben. Es hat aber viele aufgebracht, dass er das elf Tage vor der Wahl tat, nachdem die Empfehlung für Harris bereits geschrieben war."
Also die Wahlempfehlung für eine Person und die Kritik an einer anderen ist diese Unvoreingenommenheit, von der er redet?
Zumal ja Harris nochmal ein ganz anderes Kaliber war als Biden. Harris ist ja schon gesund dümmer und verwirrter als Biden mit seiner Demenz?
Eine Wahlempfehlung für Harris abzugeben ist eigentlich ein kompletter intellektueller Offenbarungseid und das ganze Gegenteil von unvoreingenommenem, kritischem Journalismus.
Und er bringt es dann sogar noch fertig, das hier zu sagen:
"Es gibt Medien, bei denen eine Haltung für oder gegen Trump Einstellungsvoraussetzung ist. Aber die "Post" war sehr gut darin, das ganze Bild in seiner Komplexität zu zeigen."
Und dann eine Wahlempfehlung für Harris abgeben. 🤡
Die links-liberalen Medien, die sich immer so viel auf ihren Qualitätsanspruch einbilden, verwechseln die handwerkliche Qualität mit Objektivität.
Sicher, die recherchieren bestimmt sorgfältig und lange, schreiben stilistisch sehr gut. aber eben nur in einer Richtung! Es sind qualifizierte Hofberichterstatter, die viel Arbiet und Sorgfalt in den politischen Gegner investieren und dieselbe Arbeit und Sorgfalt völlig vermissen lassen, wenn sie über die ihnen genehme Person oder Partei schreiben. Die recherchieren jeden noch so kleinen Vorfall bei Trump oder den Republikanern, versagen aber völlig beim offensichtlichen Gesundheitszustand von Biden oder der völligen Abwesenheit von Kompetenz bei Harris. Oder bei den politischen Fehlern von Obama.
Die halten sich aus irgendwelchen Gründen für eine Art Medien-Elite und sind doch nur sprachlich begabte Schreiberlinge mit klarer politischer, einseitiger Prägung und sehr viel Selbstgefälligkeit.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen