Ein Markus Klein schreibt bei Facebook diesen Text über eine Äußerung von Ulrich Siegmund zum Kölner Stadtbild:
"Es
ist schon fast erbärmlich, wie sich in diesen Äußerungen eine
tiefgreifende Kleingeistigkeit offenbart. Da spricht jemand, der
offensichtlich noch nie aus seiner stark begrenzten, homogenen Blase
herausgekommen ist und schlichtweg keine Ahnung hat, wie man mit
Menschen außerhalb dieses extremen Mikrokosmos umgeht.
Diese
bodenlose Ignoranz verkennt völlig, worauf das Fundament dieser Stadt
gebaut ist. Unsere rheinische Offenheit ist keine moderne PR-Erfindung,
sondern historische Realität. Als Napoleon die Stadt einnahm, hinterließ
er uns nicht nur Spuren in der Kultur, sondern vor allem den Code Civil
– und damit bürgerliche Freiheitsrechte, Säkularisierung und die
Gleichheit vor dem Gesetz. Es sind exakt jene aufklärerischen Werte, die
in Siegmunds völkischer Filterblase als Feindbild gelten.
Wer
von "Homogenität" träumt, unterschlägt auch mutwillig Kölns tiefste
Wurzeln: Wir beheimaten hier die älteste jüdische Gemeinde Europas
nördlich der Alpen, urkundlich belegt durch ein römisches Edikt aus dem
Jahr 321. Jüdisches Leben, der Bau von Synagogen und die kulturelle
Prägung durch das Judentum gehören seit über 1700 Jahren unauslöschlich
zur DNA dieser Stadt. Auf diesem gewaltigen historischen Fundament fußt
eine Identität, die es ermöglicht, dass heute in Köln Menschen aus über
180 Nationen friedlich, pragmatisch und völlig selbstverständlich
zusammenleben. Das ist unsere gelebte Realität, unser Melting Pot.
Doch
diese Stadt verblendet sich nicht selbst und kennt ihre eigenen
Abgründe. Wir wissen sehr genau um das unrühmliche, dunkle Kapitel der
Kölner Geschichte, als sich der organisierte Karneval nach 1933 geradezu
willfährig der NSDAP unterwarf. Man ließ sich widerstandslos
gleichschalten, diente sich den braunen Machthabern an und verriet den
eigenen freiheitlichen Geist. Dieser historische Schandfleck ist ein
tiefer Stachel im Kölner Fleisch.
Aber
wir kennen eben auch die andere Seite, den echten Widerstand der
einfachen Leute. Wenn Siegmund wissen will, wie diese Stadt im Kern
wirklich tickt und wie man hier auf rechte Einschüchterungsversuche
reagiert, muss er nur auf den 3. März 1933 in die Kölner Elsaßstraße
blicken. Damals dachte die SA, sie könnte kurz vor der Wahl im Veedel
aufmarschieren und Stärke demonstrieren. Die Anwohner der Südstadt haben
sich kurzerhand zusammengeschlossen und die braunen Truppen schlichtweg
aus ihrer Straße verjagt.
Aus
dem schonungslosen Bewusstsein der eigenen Verfehlungen und dem Wissen
um diese historische Zivilcourage resultiert unsere heutige, wehrhafte
Haltung: Ein kompromissloses "Nie wieder". Wir schätzen, schützen und
brauchen all die Menschen aus den verschiedensten Nationen und
Religionen, die hier leben und Köln jeden Tag zu dem machen, was es ist.
Was
diese Stadt hingegen absolut nicht braucht, sind rückwärtsgewandte
Spalter, die in Potsdam heimlich Deportationspläne schmieden und aus
blanker Ignoranz Angst vor einer funktionierenden, vielfältigen
Metropole haben. Wenn ihm das Kölner Stadtbild nicht passt, ist das ein
klares Zeichen dafür, dass unsere wehrhafte Demokratie hier
funktioniert. Er kann gerne in seiner homogenen Blase bleiben – in Köln
haben er und seine Ideologie keinen Platz.
EDIT:
Da die ganzen AfDioten mir hier ihre menschenfeindlichen "Standpunkte"
ungefragt mitteilen, stelle ich den Kommentarmodus um und lösche deren
geistige Ergüsse.
Und
nochmal: Wir werden unser Leben und unsere seit 2000 Jahren gelebte
Offenheit nicht wegen eurer irrationalen Ängste einschränken."
Wie nennt man das? Kognitive Dissonanz?
Als ob sich Siegmund wegen der jüdischen Gemeinde in Köln unwohl gefühlt hat!
😏
Und
was soll dieser klugscheißerische historische "Aufsatz", der auch noch
falsch beginnt und alle Nachteile der französischen Herrschaft über Köln
verschweigt ?
Napoleon
hat Köln nicht eingenommen. Köln wurde 1794 von Truppen der
französischen Revolutionsarmee unter Jean-Baptiste Jourdan eingenommen.
Napoleon war damals noch ein junger Artillerieoffizier in Frankreich.
Und
die Besatzung durch die Franzosen war für die Kölner alles andere als
erfreulich. Die erzkatholische Kölner Bevölkerung erlebte eine Art
religiösen Kulturschock durch die absolut kirchenfeindliche Weltsicht
der Franzosen. Sie schlossen Klöster, enteigneten Kirchen und nutzten
sie als Ställe und Lazarette.
Die Kölner mussten die frz. Soldaten in ihren Häusern unterbringen und verpflegen und kleiden. Auf eigene Kosten.
Französisch wurde als Amts- und Schulsprache eingeführt.
Da
Frankreich durch die gewaltsame Revolution und die Kriege danach
finanziell völlig am Ende war, waren die reiche Handelssatdt Köln und
das gesamte links-rheinische, recht wohlhabende Gebiet ein willkommenes
Beute- und Versorgungsgebiet.
Die Einnahme der Stadt war keine "Befreiung", sondern eine harte militärische Besatzung.
Natürlich
fand das unter dem Deckmantel der Verbreitung der Ideale der frz.
Revolution statt. Gleichiet, Brüderlichkeit, blabla...
Kein Herrscher wird den Bewohnern der eroberten Gebiete sagen, daß sie nur als Beute dienen.
Köln
wurden sehr hohe "Kriegskontributionen" auferlegt, die Armee
beschlagnahmte alles, was sie in die Finger bekam und in kürzester Zeit
wurde die Kölner Wirtschaft zerstört.
Napoelon
führte nach seiner Kaiserkrönung den Code Civil 1804 in Köln ein. Und
auf dem Papier waren nun alle Menschen gleich vor dem Gesetz. Das alte
Kölner Stadtrecht, das römische Gemeine und Strafrecht wurde aufgehoben.
Ja, es gab auf dem Papier eine gewisse Befreiung und Bürgerrechte. Der
Stadt und seinen Bewohnern hat das in der Realität nicht viel gebracht.
Die
Rolle der Frauen verschlechterte sich sogar, weil sie nach dem frz.
Code Civil nun per Gesetz allgemeingültig dem Mann unterstellt waren. Es
gab zwar auch vorher Beschränkungen für Frauen, die gingnen aber nicht
so weit wie der Code Civil und ergaben sich eher aus Gewohnheitsrecht.
Die Frauen konnten sich selbstverständlich am sozialen und
Wirtschaftsleben beteiligen. Auch in Sachen Erbrecht gab es im Kölner
Gewohnheitsrecht Regelungen zum Schutz der Frauen bei Trennungen.
Der
Code Civil erklärte demgegenüber verheiratete Frauen als unmündig und
stellte sie auf eine Stufe von Minderjährigen und Geisteskranken. Sie
wurden als völlig geschäftsunfähig erklärt.
Bankkonto?
Arbeitsvertrag? Gewerbeanmeldung? Abschluss von anderen Verträgen?
Alles per Gesetz nur mit Zustimmung des Mannes möglich.
Im alten Kölner Gewohnheitsrecht gab es für die Frauen viel mehr Möglichkeiten der wirtschaftlichen und sozialen Betätigung.
Nun
kann man sagen, daß das halt damals so war und auch noch bis weit in
das 20. Jhdt. in Europa vorherrschte, nur ist eben die Geschichte der
"Befreiung" der Kölner durch den Code Civil ein schönes Märchen.
In
der Realität, wie in allen autoritären Systemen, galten die Rechte nur
für die, die sich der frz. Herrschaft unterwarfen. Kritische Zeitungen
wurden verboten, die Geheimpolizei überwachte den Alltag der Bürger und
warf "antirevolutionäre" Subjekte ins Gefängnis.
In den ersten Jahren der Besatzung herrschte zudem das Militärrecht.
Die Religionsausübung der Katholiken wurde massiv eingeschränkt und teilweise gefährlich.
Für die Juden der Stadt brachte die frz. Besatzung zunächst eine tatsächliche Befreiung auf dem Papier.
Die
Mär in dem obigen Pamphlet, daß die toleranten und offenen Kölner seit
1.700 Jahren mit den Juden friedlich zusammenlebten, ist schlicht
falsch. Vor dem Einmarsch der Franzosen gab es praktisch fast vier
Jahrhunderte lang kein jüdisches Leben in der Stadt, nachdem im Jahr 1424 der Kölner Rat die
Juden aus der Stadt vertrieben hatte. Kein Jude durfte einfach so die
Stadt betreten. Nur mit offizieller Erlaubnis und unter Aufsicht.
Also
für die Juden war der Einmarsch der Franzosen zunächst eine Befreiung.
Allerdings stand auch die nur auf dem Papier, weil Napoleon in die
praktische Religionsausübung massiv eingriff. Rabbiner waren im Prinzip
frz. Staatsbeamte und mussten selbstverständlich die Herrschaft
Napoleons positiv begleiten.
Und im Jahr 1808 beraubte Napoleon die Juden mit dem "Décret infâme" wieder
weitgehend ihrer Rechte. Freizügigkeit und Recht auf freie
Erwerbstätigkeit gingen verloren, Schulden bei jüdsichen Gläubigern
mussten kaum mehr zurückbezahlt werden, Handelslizenzen mussten jährlich
erneuert wurden.
Und
nach dem Rückzug der Franzosen vor den preußischen Truppen galt das
Napoleonische Dekret weiter, obwohl es in Frankreich selbst 1818
aufgehoben wurde. Also die "toleranten und offenen" Kölner haben die
Rechte der Juden weiterhin beschränkt, diesmal unter der Herrschaft
Preussens, obwohl die Juden im preußsichen Kernland im Osten weit mehr
Rechte hatten. Erst im Jahr 1847 wurden diese Gesetze aufgehoben.
Also dieser historische Abriss in dem Facebook-Beitrag oben klingt ja ganz nett, ist aber historisch falsch.
Und
ich wiederhole nochmal, was ich am Anfang geschrieben habe: als ob sich
ein Ulrich Siegmund in Köln über die jüdische Gemeinde aufgeregt
hätte...
Erstaunlich,
wie der linke Schmierfink Klein in seinem Facebook-Beitrag den Großen
schwarzhaarigen, bärtigen Elefanten im Raum ignoriert, nämlich wodurch
die jüdischen Gemeinden in Köln und im Rheinland und in ganz Deutschland
aktuell tatsächlich bedroht sind: durch massenhafte muslimische
Einwanderung.
Stattdessen holt er wieder seinen versifften Strohmann aus der Ecke und wirft das der AfD vor.
Und
so ein selbstgefälliger linker Schwätzer sollte auch wissen, daß nicht
einmal Sachsen-Anhalt eine "homogene Blase" ist. Und wer jetzt, im
August 2026 immer noch von "Potsdamer Deportationsplänen" schwurbelt,
sollte besser bei dem Thema nicht mitreden. Von den üblichen
lächerlichen Phrasen des "Brandmauerkartells" mal ganz abgesehen.