"Die Sonne schickt keine Rechnung".
Diesen eingängigen Satz hört man ja öfter von den Freunden der sog. "Energiewende", wenn sie auf die vermeintlichen Vorteile von Solaranlagen verweisen wollen.
An sich ist der Satz ja ziemlich dumm, weil auch Kohle, Uran und Gas keine Rechnung schicken.
Klar, man muss sie aus der Erde holen, das kostet, aber die Sonnenstrahlen muss man ja auch irgendwie "einfangen", um sie nutzbar zu machen.
Und da man für die Erzeugung von Strom aus Solarzellen - genauso wie bei Kohle, Uran oder Gas - bestimmte technische Einrichtungen benötigt und kein Mensch auf dieser Welt diese Einrichtungen umsonst herstellt, liefert und aufbaut, schickt natürlich auch die Sonne eine Rechnung. So wie jeder andere Kraftwerksbetreiber auch.
Allerdings gibt es Zeiten im Jahr, wo der Satz doch eine gewisse Berechtigung hat. Da schickt die Sonne zwar immer noch eine Rechnung, aber eben eine sehr kleine.
So wie jetzt aktuell im "Energiewende"-Vorzeigeland Deutschland, auf das ja fast der ganze Rest der Welt hoffnungsvoll schaut und quasi in den Startlöchern steht, es uns gleich zu tun.
Ironie wieder aus.
So eine Zeit mit einer kleinen Rechnung der Sonne erleben wir jetzt gerade. Deutschland hat ja wegen der globalen Erwärmung einen lange nicht gesehenen Winter erlebt, vor allem im Norden und das hat natürlich Einfluss auf die Stromerzeugung.
Schneebedeckte Solaranlagen liefern nun mal kaum Strom, auch wenn einige "Experten" das Gegenteil behaupten und auch Wolken ohne Schneefall sind nicht die günstigste Bedingung für Solaranlagen.
Auf der "SMARD"- Webseite der Bundesnetzagentur kann man sich verschiedene Daten zum Energiemarkt Deutschland ansehen und herunterladen.
Ich hab das mal gemacht mit der tatsächlich realisierten Erzeugung von Strom im Zeitraum 01.01.2026, 0:00 Uhr bis heute, am 13.01.2026, 13:00 Uhr. Viel mehr Daten lagen vorhin nicht vor.
Die Daten habe ich als Excel runtergeladen und mit einer kleinen Pivot-Tabelle gefiltert.
Hier das Ergebnis:
In der oberen Zeile sehen wir die insgesamt im Zeitraum erzeugten Strommengen in MWh, aufgeteilt nach den wichtigsten Erzeugungsarten. Da fällt schon der kleine Betrag in der Mitte auf.
Darunter hab ich die aktuelle Installierte Kapazität, also die Nennleistung aller existierenden Kraftwerke aufgelistet. Da kann es je nach Quelle mal ein halbes oder ein GW nach oben oder unten gehen, aber die Richtung passt. Es müssten Zahlen aus Mitte bis Ende 2025 sein.
Daneben, unter der Teilüberschrift "Strom", stehen die Strommengen aus der ersten Zeile, umgerechnet in GWh.
Daneben dann die erzeugte Strommenge je GW Installierter Leistung. Also anders ausgedrückt: wieviel Strom hat 1 GW Installierte Leistung im Zeitraum produziert.
Schon da sehen wir das ganze Drama an der Zahl der Volllaststunden im genannten Zeitraum.
Photovoltaik hat zwischen 01.01. und 13.01.2026 in ganz Deutschland eine Strommenge erzeugt, die etwa 3 Volllaststunden entspricht. Ganz rechts steht orange unterlegt die Gesamtzahl an Stunden in diesem Zeitraum. Es sind 301. Photovoltaik hat also rechnerisch an 3 von 301 Stunden die Last geliefert, die sie als Nennleistung zur Verfügung hat. Das ist 1%!!!
Nun kann man berechtigterweise einwenden, daß man natürlich nicht die gesamten 301 Stunden als Basis nehmen darf, weil ja nachts sowieso die Sonne nicht scheint, die Solaranlagen also gar nicht liefern können und auch sonst im Winter weniger Strom erzeugen.
Richtig. Also schauen wir mal auf übliche Volllaststunden von PV-Anlagen in Deutschland. Anlagenerträge werden typischerweise mit etwa 1.000 Volllaststunden im Jahr berechnet.
Der Großteil, etwa 75% entfällt davon auf das Sommerhalbjahr und in den drei Wintermonaten Dezember bis Februar geht man von etwa 30 Volllaststunden pro Monat aus. Für den fast halben Monat bis 13.01., 13:00 Uhr wären wir also bei etwa 13-14 Volllaststunden, die normal wären. Und was haben wir? Nicht mal 3 Volllaststunden.
Das bedeutet: bei einem strengen Winter reduziert sich die ohnehin schon schwache Winterleistung von PV-Anlagen mal eben um 80%.
Und schauen wir nochmal ganz kurz nach links: Photovoltaik hat mit riesigem Abstand die höchste Installierte Leistung und erzeugt so gut wie keinen Strom!
Denn tatsächlich liefen die 116 GW Photovoltaik nicht an 3 Stunden im Volllastbereich, sondern tagsüber an vielen Tagen mit wenig bis gar keiner Leistung. Also der erzeugte Strom ist nicht der Rede wert. Es ist quasi so, als ob gar kein Strom erzeugt wurde. Jedes Kohlekraftwerk hätte das locker mit übernehmen können.
Was für eine Verschwendung von Ressourcen in Form der PV-Anlagen!
Nun kann man ja sagen, daß das eine gute Sache für die Stromkunden wäre, weil ja in dieser Zeit die Betreiber der Anlagen auch keine EEG-Vergütung für die Einspeisung ins Netz bekommen. Blöderweise haben die Stromkunden aber nichts davon, weil die EEG-Vergütung vor 3,5 Jahren mit mehr oder weniger großem Getöse von der Stromrechnung genommen und dem Steuertopf übergeben wurde.
Ein spitzfindiger Klugscheißer könnte jetzt sagen, daß damit dem Steuerzahler Kosten erspart wurden, aber auch das stimmt nur bedingt, weil die Betreiber für die Zeit in der die Anlagen liefen, die Differenz zwischen dem Börsenerlös (der gegen NULL ging) und der EEG-Förderung bekommen. Zwar nur für die geringen Mengen, die tatsächlich produziert wurden, aber eben die volle Förderung. Nennt sich "Marktprämienmodell".
Aber immerhin musste nur für die wenigen erzeugten Strommengen bezahlt werden. Allerdings ist die Aufgabe von Stromerzeugungsanlagen nicht, keinen Strom zu produzieren, um Kosten zu sparen, sondern es soll Strom produziert werden!
Aber das Problem ist in dem Fall nicht so sehr das Geld, sondern die quasi völlige Abwesenheit von Strom aus PV-Anlagen. Für die nicht gelieferten Strommengen mussten die anderen Kraftwerke einspringen, was vor allem Kohle- und Gaskraftwerke waren, weil auch die Windmühlen nicht immer genau dann ihren Strom liefern, wenn er benötigt wird, sondern dann, wenn der Wind weht.
Fällt das in die Zeit hoher Stromverbräuche, erhöht das die Stückkosten der konventionellen Kraftwerke oder der Windstrom muss ans Ausland billig verkauft oder noch mit zusätzlichem Geld verschenkt werden oder man schaltet sogar Windmühlen wegen Netzüberlastung ab und die bekommen trotzdem ihre Vergütung. Während auch die konventionellen Kraftwerke natürlich bezahlt werden.
Das bedeutet, man muss die konventionellen Kraftwerke immer vorhalten, um den Bedarf zu decken, wenn Sonne und Wind nicht liefern.
Und natürlich sind das zusätzliche Kosten!
Allein für die 116 GW Installierte Leistung bei Photovoltaik-Anlagen wurden bei durchschnittlichen Herstellungs- und Installationskosten von 1.500 Euro je kW Leistung gigantische 174 Mrd. Euro ausgegeben! Wahrscheinlich eher noch mehr, weil die Preise am Anfang höher waren. Selbst heute gibt es ja noch die Preisspanne von 1.200 bis 1.800 Euro je kW.
Das ist übrigens ein ähnlicher Preis wie bei Kohlekraftwerken. Da werden Spannen von 1.400 bis 2.200 Euro je kW angegeben, abhängig davon, ob es ein Braunkohle- oder Steinkohlekraftwerk ist. Für die gesamte Installierte Leistung an Kohlekraftwerken in Höhe von 31 GW haben wir also irgendwann mal etwa 55 Mrd. Euro ausgegeben!
55 Mrd. vs. 174 Mrd.
Und dann stellen wir einfach mal die erzeugten Strommengen gegenüber! Und da gibt es dann tatsächlich noch "Experten", die halten Stromerzeugung aus Sonne und Wind für billiger.
Gaskraftwerke kosten übrigens etwa die Hälfte von Kohlekraftwerken, da ist der Vorteil also noch größer gegenüber Wind und Sonne. Da sind dann auch die Brennstoffkosten zweitrangig.
Und allein für die Onshore-Windmühlen, immerhin 68,1 GW Installierte Leistung, wurden im Lauf der Jahre etwa 110 Mrd. Euro fällig, bei durchschnittlichen Kosten von 1.600 Euro je kW.
Man muss schon ziemlich verstrahlt sein, all diese Probleme und Kosten nicht sehen zu wollen oder zu können.
Und dazu kommen noch etwa 20 Mrd. Euro pro Jahr an lfd. Vergütung aus Steuermitteln für alle Solar- und Windanlagen!
Die kann man übrigens schön im EEG-Konto der Übertragungsnetzbetreiber sehen. Die Zahlen für das Jahr 2025 liegen ja inzwischen vor.
Da gibt es unter den Einnahmen den Posten "Zahlungen der Bundesrepublik Deutschland an die Übertragungsnetzbetreiber...". Das sind die Steuergelder, die letztlich über die Ü-Netzbetreiber an die Betreiber der Solar- und Windanlagen gezahlt werden. Biomasse natürlich auch.
Und diese Steuermittel haben sich im Jahr 2025 auf stolze 16,5 Mrd. Euro summiert.
Auf der Ausgabenseite findet man dann den Gegenposten "Zahlungen nach § 19 EEG und § 50 EEG ...".
Das sind die tatsächlich an die Betreiber gezahlten Fördergelder. Und die summieren sich auf 18,5 Mrd. Euro in 2025. In den Vorjahren waren es auch gern mal über 20 Mrd.
Für die notwendige Beschaffung und Abrechnung von Ausgleichsenergie, also quasi Glättung der flukturierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne in den einzelnen Bilanzkreisen wurden nochmal ca. 468 Mio. Euro fällig. Kosten, die es ohne das EEG nicht geben würde!
Und die Kosten für den Netzausbau sind hier noch nicht mal zu sehen. Die landen nämlich in den Netzentgelten, die alle Stromkunden zahlen müssen.
Und all diese Informationen sind frei und öffentlich verfügbar! Und dennoch gibt es Leute, die immer noch behaupten, daß eine wetterabhängige Stromerzeugung aus Sonne und Wind günstiger wäre. Die einen lügen bewusst, die anderen sind zu dumm, die Lügen zu entlarven und plappern es dann noch.

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