Und noch ein Beitrag zum Thema, wie der angebliche Fortschritt bei der E-Mobilität so läuft.
Ich habe ja hier schon mehrere Beiträge dazu verfasst.
Preise, Ladeinfrastruktur, Reichweite und Ladezeiten, das sind die drei großen Probleme.
Schauen wir mal bei weiteren aktuellen Modellen.
VW hat es geschafft, den ID.3 preislich in die Nähe eines VW Golf zu bringen. "Geschafft" ist dabei vielleicht falsch ausgedrückt, denn das ist wohl eher eine Marketingmaßnahme, um die Verkäufe des ID.3 zu erhöhen, als daß sie die Herstellungskosten gesenkt haben und das an die Kunden weitergeben.
Die knapp 500 Euro Preisunterschied sollten in der Käufer-Zielgruppe keine große Rolle spielen, zumal die Autos durch Sonderausstattungen eh gern mal an der 40.000er-Marke schnuppern.
Viel interessanter: Reichweite. Und dazu hat die Auto-Bild in diesem Vergleichstest auch mal die Kosten je km ermittelt.
Das Ergebnis vorneweg:
Der ID.3 aus dem Baujahr 2025 kommt im Test auf eine berechnete Reichweite von 364 km, wenn man den Akku komplett leer fahren würde. Das ist schon mal eine Abweichung von 16% zum offiziellen WLTP-Wert von 432 km, der in den Verkaufsprospekten angegeben wird. In der Realität werden dann daraus noch etwa 250 km, wenn man immer zwischen 10 und 80% Akkustand fährt. Ladezeiten wurden in dem Test nicht angegeben, aber es werden auch so um die 25 Minuten sein, bis 80% geladen sind.
Was aber in dem Beitrag erwähnt wird: der ID.3 ist bei 160 km/h abgeregelt. Mehr geht nicht. Okay, sollte man sowieso nicht machen, weil dann die 250 km Reichweite auch nicht mehr erreicht werden. Der Golf kann 230 schnell rennen und dann steigt der Verbrauch auch nicht ins Unermessliche, zumal ja niemand permanent mit 230 durch die Gegend jagt, sondern nur mal in Ausnahmefällen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß Geschwindigkeiten über 160 km/h auf der Autobahn durchaus mal hilfreich sein können, wenn man kein Verkehrshindernis sein will oder einem Pulk von Verkehrshindernissen entkommen möchte oder es einfach mal eilig hat. Und ganz ehrlich, selbst die 160 km/h testen E-Autofahrer selten aus.
Und was in dem Test noch verglichen wurde: die Kosten je km. Und da heißt es ja seit Jahren, daß ein Elektroauto im Alltag günstiger ist.
Der Verbrenner-Golf startet da mit einer kleinen Bürde in Form von jährlichen Steuern und schwankenden Kraftstoffkosten, die schon mal höher ausfallen können als die Stromkosten, allerdings rechnet die Auto-Bild hier mit 1,88 Euro je Liter Super-Benzin. Das halte ich dann doch für ein wenig zu hoch. Ich fahre zwar selbst Dieselautos, aber ich sehe ja die Preise für Benzin. Da steht auch gern mal eine 1,6 oder eine 1,7 vorn. Und wenn man die künstliche Benachteiligung der Verbrennermotoren in Form der CO2-Abgabe (Zertifikatehandel und so), dann wird es noch günstiger. Und jedes Gesetz, das aktuell in Kraft ist, kann auch geändert werden. Man muss nur wollen.
Egal, die höheren Kosten an der ein oder anderen Stelle holt der Golf am Ende dann mit einem höheren Restwert, also Wederverkaufswert komplett auf und ist am Ende sogar ein klein wenig günstiger als der ID.3.
Am Ende stehen da 51 ct/km gegen 53 ct/km zugunsten des Golf.
Okay, das ist jetzt keine Differenz, auf die ich als Käufer achten würde, zumal die tatsächlichen Kosten ja immer vom individuellen Fahrverhalten und anderen subjektiven Entscheidungen abhängen, aber jedenfalls ist der ID.3 im Unterhalt nicht günstiger!
Und beim geringeren Restwert haben wir ja das nächste Problem der E-Autos: beim in der Regel höheren Anschaffungspreis muss man in der Laufzeit den höheren Wertverlust herausarbeiten, um das Geld für den nächsten Wagen zusammenzubekommen.
Von den Problemen, ein E-Auto überhaupt noch als Gebrauchtwagen loszubekommen mal ganz abgesehen. Aktuell stehen die sich die Räder in die Karosserie.
Okay, wenn man ein Leasingfahrzeug nimmt, liegt das Risiko bei der Leasingfirma, aber ewig werden die sich diese Risiken auch nicht in die Bücher laden.
Das klappt alles nur, solange die Politik das durch Druck in irgendeiner Form unterstützt. Und auf die KfZ-Steuer wird der gierige Staat bei E-Autos auch nicht ewig verzichten.
Und VW wird mit diesen Kampfpreisen auch nicht genug Geld verdienen, um die hohen Entwicklungskosten wieder einzuspielen.
Okay, soviel dazu.
Schauen wir auf ein anderes Modell und beschränken uns vor allem auf den Preis.
Mazda hat seinen schicken 6er elektrifiziert und er ist tatsächlich nochmal ein wenig schicker geworden. Rechts im Bild.
Die Reichweite beträgt mit vollem Akku magere 324 km, realistisch werden daraus dann auch wieder nur etwa 250 km. Nicht massentauglich!
Zum Preis: Mazda ruft mindestens 44.900 Euro für die schicke, große Limousine auf. Klingt nicht unvernünftig, allerdings starten die nicht weniger schicken und geräumigen Verbrenner-6er schon bei 35.000 Euro.
Da liegen mal eben knapp 10.000 Euro zwischen. Ein Unterschied von über 20%!
Das ist schon ein Argument bei der Zielgruppe.
Also auch hier: kein großer Fortschritt bei den Problemen der E-Mobilität.
Zum Schluss noch ein Schmankerl!
Opel hat von seinem beliebten Kompakt-SUV Mokka jetzt eine GSE-Variante im Programm. Also ein elektrischer GTI quasi oder ein GSi in der Opel-Sprache. Leider gibt es keinen vergleichbaren Verbrenner beim Mokka. Die Verbrennervarianten sind eher als vernünftige Alltagsfahrzeuge gedacht, nicht als Sportler.
Wie auch immer, der Mokka GSE kostet ab 47.300 Euro, hat 281 PS und darf tatsächlich 200 km/h schnell fahren.
ABER: schon die offizielle Reichweite nach WLTP liegt bei nur 336 km. In der Realität werden daraus dann 230-240 km.
Da kann der Fahrer eines VW Golf GTI nur müde lächeln. Der zahlt etwa genauso viel und kann seine Leistung permanent nutzen und ist auch noch schneller, was bei Käufern sportlicher Spitzenmodelle eine Rolle spielt.
Ich bezweifle mal, daß der Opel GSE ein Verkaufsschlager wird. Er wird nicht mal in die Nähe der Verkaufszahlen eines Golf GTI oder eines Opel Astra GSi kommen.
Wieso bietet Opel sowas überhaupt an? Wer soll sowas kaufen?
Egal, nicht mein Problem.
Wir sehen allerdings, daß auch bei diesen aktuellen Modellen kein wirklicher Fortschritt für die E-Mobilität zu erkennen ist.



