Mittwoch, 16. September 2026

So funktioniert Kapitalismus im Alltag

Es gibt einen Bereich, in dem der Kapitalismus, also der Wille, zu investieren und Geld zu verdienen, so gut funktioniert wie nirgendwo sonst. Das ist der US-Profisport mit seinen Ligen NFL, NBA, NHL und MLB, also Football, Basketball, Eishockey und Baseball. 

 

 
(Bild KI-generiert)

Ja, es gibt auch noch die MLS, also die Fußball-Profiliga, aber die hängt noch ein wenig hinterher, was den Erfolg angeht. Und sie hat noch einen riesigen, erfolgreicheren Konkurrenten, vor allem aus Europa und Südamerika, der völlig anders funktioniert, nämlich den mitgliederbasierten Vereinsfußball, der nach wie vor das Maß der Dinge in diesem Sport ist und der auch dem Breitensport verpflichtet ist. Völlig anderes Konzept. 

Aber alle Ligen in den USA funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Eigentümer von Teams investieren in die besten Sportler ihrer Sportart und heraus kommt das jeweils attraktivste, spektakulärste Angebot in dieser Sportart.

Aktuell ist eine dieser Ligen auf dem internationalen Vormarsch. Die NFL. American Football.

Gerade in Deutschland erlebt sie einen Boom, aber auch in Rest-Europa sowie Südamerika und Australien wächst der Markt der Zuschauer.

 

(Keine Rechte am Bild)


In Deutschland - und darüber will ich hier reden - war jahrelang die Streaming-Plattform DAZN der Platzhirsch für NFL-Übertragungen. Dabei muss man unterscheiden zwischen den sogenannten "Domestic Rights", also die Rechte im Einzelmarkt Deutschland und die Rechte für das eigene digitale Angebot der NFL, den Game Pass. Letzterer ist das umfassendste Angebot für Football-Fans und umfasst alle Spiele live, in der Konferenz, Re-Live, Zusammenfassungen in verschiedensten Formaten, Dokumentationen, ein 24h-Programm nur über die NFL und weitere Features.

Die "Domestic Rights" umfassten bisher nur ausgewählte Einzelspiele, die Konferenz am Sonntag und ein Re-Live der Einzelspiele.

Der Vertrag über die Domestic Rights wurde letztes Jahr von der NFL gekündigt und man hat diese an die Gruppe aus Sky/RTL verkauft.

Der Game Pass wiederum wird weiterhin über DAZN vertrieben und hier komme ich zum Thema: aktuell wird dieser Game Pass für 49,99 Euro bei DAZN angeboten. Für die ganze Saison! Normalerweise kostet der Zugang 200 oder 300 Euro, je nach Paket.

Zusätzlich erhalten DAZN-Kunden auch noch eine Gutschrift auf ihr DAZN-Abonnement in Höhe von 50 Euro. Also für bestehende DAZN-Kunden ist der Game Pass der NFL jetzt also gratis.

Da habe ich mich gefragt, wie so ein Angebot zustande kommen kann. Was sind die ökonomischen Hintergründe und Motive, sowoh der NFL als auch von DAZN, so ein "Schnäppchen" anzubieten? Keiner hat ja Geld zu verschenken.

Ich hatte so einige Ideen selbst, habe dann aber mal die KI von Google befragt, was die dazu meint. Daraus ergab sich ein längerer Dialog, der interessante Details hervorbrachte.

Im Wesentlichen lag ich mit meiner Einschätzung über die ökonomischen Motive dieses Angebotes richtig, bzw. stimmte ich überein mit der Ansicht der KI.

Warum verkauft die NFL ihr Premium-Produkt zu so einem niedrigen Preis?

Die Lösung liegt zum einen in den neuen Verträgen zu den "Domestic Rights". Ab dieser Saison zeigt die Sky/RTL-Gruppe auf verschiedenen Wegen das, was DAZN letzte Saison gezeigt hat. Und die NFL hat mit diesem neuen Vertrag viel mehr Geld erlöst als vorher mit DAZN. Aus diesem Grund hat die NFL ihr Sonderkündigungsrecht gegenüber DAZN letztes Jahr geltend gemacht. Wahrscheinlich hat die Popularität von Football in Deutschland in den letzten Jahren so stark zugenommen, daß der Preis, der mit DAZN vor Jahren vereinbart wurde, zu niedrig war. Die NFL konnte mit einem neuen Vertrag viel mehr erzielen. 

Das bedeutet: jeder verkaufte Game Pass ist jetzt zusätzlicher Gewinn, egal wie billig er angeboten wird. Er kommt on top auf die viel höheren Einnahmen aus den "Domestic Rights".

Zum anderen liegt der niedrige Preis daran, daß eigentlich nicht die NFL den Game Pass verkauft. Jedenfalls nicht außerhalb der USA.

Tatsächlich hat die NFL die globale Vermarktung des Game Pass über eine digitale Streaming-Plattform schon vor Jahren an DAZN ausgelagert. Es gibt einen 10-Jahres-Exklusivvertrag mit DAZN für die globale Vermarktung außerhalb der USA. Das heißt, die NFL nutzt die inzwischen sehr stabile globale Streaming-Infrastruktur, die DAZN über die Jahre aufgebaut hat und muss keine eigene, teure Infrastruktur in jedem Land aufbauen. DAZN ist schon da.

Als ich diese Information las, dachte ich zunächst, daß die NFL DAZN für die Bereitstellung der Infrastruktur und die Produktion der Sendungen bezahlt und dafür die Einnahmen aus dem Game Pass und einen Teil der Werbeeinnahmen erhält.

Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall. DAZN kauft von der NFL für einen Betrag von etwa 100 Mio. USD pro Saison das Recht, den Game Pass global zu vertreiben. DAZN erhält also die Einnahmen aus den Game Pass-Abos. Erst ab einer bestimmten Abo-Anzahl oder Umsatzschwelle erhält die NFL Anteile am Umsatz.

Das Risiko liegt also hier voll auf Seiten von DAZN. Die NFL erhält eine festgelegte Lizenzgebühr von DAZN und muss sich nicht um technische Belange und aufwändige Produktionen von Streaming-Sendungen kümmern.

DAZN muss versuchen, die Kosten für Server und Produktion über die Abonnements und Werbung zu refinanzieren.

Warum bietet dann nun DAZN den Game Pass also quasi für 0 an?

Aus Sicht von DAZN handelt es sich hierbei um eine klassische Kundenbindungs-Strategie.

Nach dem Wegfall der "Domestic Rights" wollte DAZN weiterhin als DER große Anbieter von NFL-Action in Deutschland gelten. Die treuen Kunden sollen möglichst gehalten werden und da das Angebot im Game Pass die "Domestic Rights" übersteigt, will man evtl. noch zusätzliche Kunden in das DAZN-"Universum" holen, die dann ein klassisches DAZN-Abo abschließen und evtl. weitere Pakete kaufen, neben dem Game Pass.

50 Euro sind dafür eine sehr niedrige Eintritts-Schwelle. 50 Euro sind für viele Kunden immer noch ein einfacher Spontan-Kauf, den sie ohne Nachdenken tätigen. Und da DAZN auch noch einen Rabatt in gleicher Höhe gewährt, ist die Eintrittsschwelle noch niedriger. Da bleibt dann noch Spielraum für weitere Abo-Pakete. 

Zudem erhält DAZN die Daten einer sehr kaufkräftigen Klientel. Verweildauer, Sehgewohnheiten und demografische Daten sind für Werbepartner wertvolle Informationen, für die sie mehr bezahlen. Sie können zielgerichteter auf der Plattform im Umfel des NFL-Agebotes werben.

 

 (Bild KI-generiert)

 

Und da DAZN mit dem Game Pass das umfangreichste Football-Angebot im deutschsprachigen Raum anbietet, können sie sich auch nach dem Verlust der "Domestic Rights" weiterhin als "die Heimat der NFL" in Deutschland positionieren.

Eine niedrige Eintrittsschwelle kann zudem für insgesamt mehr Umsatz sorgen als ein höherer, vielleicht zu hoher Preis. 10.000 neue Kunden, die 50 Euro bezahlen, bringen 500.000 Euro Umsatz. 2.000 Kunden, die sich die 200 Euro für den regulären Preis leisten können und wollen, bringen nur 400.000 Euro Umsatz (Zahlen jetzt frei erfunden für das Beispiel).

Und auch die NFL hat ein Interesse daran, daß die Plattform von DAZN nach wie vor Kunden anspricht, ist es doch der einzige globale Vermarktungsweg. Da geht es um Marktdurchdringung, Skalierung und internationales Wachstum. Und mehr Kunden erhöhen auch den Wert der Vermarktungsrechte in der Zukunft.

Gemeinsam setzt man auch auf den "Drogen-Effekt". Wer sich einmal an das umfassende Angebot im Game Pass gewöhnt hat, will den nicht mehr missen und ist eventuell in der Zukunft bereit, auch wieder mehr Geld für den Zugang zu bezahlen. Der richtige Preis in der goldenen Mitte wird sich dabei irgendwo einpendeln.

Wir sehen bei diesem Angebot einen klassischen Fall der Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen. Die "Domestic Rights" wurden an einen anderen Partner vergeben, bei dem die NFL jetzt erheblich mehr verdient, der bisherige Partner DAZN muss sich überlegen, wie er weiter "im Spiel bleibt" und seine Kunden nicht verliert.

Nicht zu vergessen, daß man mit solchen günstigen Einstiegsangeboten auch den Weg zu illegalen IPTV-Streamingangeboten erschwert. Bei 50 Euro für eine Saison lohnt sich die Suche nach einem Stream kaum noch. 

Und dann entstehen eben solche Angebote, die für bestehende DAZN-Kunden quasi kostenlosen Mehrwert bieten.

Und das alles machen die NFL und DAZN nicht, weil sie so nette Menschen sind und um irgendwem etwas Gutes zu tun oder jemandem etwas billiger zu verkaufen, als möglich. Nein, beide tun das aus purem Eigeninteresse. Sie wollen auch künftig Geld verdienen. Mit der Marke "NFL", mit den Angeboten auf der DAZN-Plattform und mit Folgeumsätzen außerhalb der TV-Vermarktung. Und aus diesem Eigeninteresse entsteht dann eben ein Vorteil für den Kunden.

Ob das Modell erfolgreich sein wird, weiß kein Mensch. Aber DAZN rechnet fest damit, daß über steigende Abo-Zahlen die Kosten für die Lizenz und die Infratruktur und die Produktion der Sendungen wieder verdient werden.

Bisher hat DAZN übrigens weltweit noch keinen Gewinn erwirtschaftet. Bis 2025 wurden kumulierte Verluste von über 9 Mrd. US-Dollar angehäuft. Bezahlt hat das alles bisher der britische Milliardär und Haupteigentümer Leonard Blavatnik.

Der hatte im Jahr 2016 die Idee, eine globale Streaming-Plattform für Sport aufzubauen und damit eine Infrastruktur zu schaffen, die von anderen nicht so leicht nachgeahmt werden kann. Dazu wurden dann die teuren Rechte vieler beliebter Sportarten gekauft, so daß DAZN in vielen Ländern ein quasi-Monopolist wurde.

Gewinn zu erzielen war dabei niemals eine kurzfristige Option. Dazu waren die Kosten für die Sportrechte und die Plattform zu hoch. Das ganze war ein Investment mit Marathon-Charakter. Angelegt auf mehr als 10 Jahre und mit dem Ziel, am Ende die Fixkosten so weit im Griff zu haben, daß man irgendwann einmal profitabel sein wird und dann... Taataaaa!... die "hübsche Tochter" an der Börse zu Geld zu machen. Und tatsächlich ist DAZN in einigen Kernmärkten wie Deutschland, Spanien und Italien im Jahr 2026 erstmals profitabel und der Börsengang wird vorbereitet.

Teil der Strategie ist zudem, DAZN nicht nur als Anbieter von Streaming-Sendungen zu positionieren, sondern in letzter Zeit wurde auch das Geschäft mit eigenen Sportwetten, Ticketverkäufen, Merchandising und anderen Partnerschaften ausgeweitet.

Faszinierend an dieser Sache ist für mich vor allem, welches Risiko jemand im Jahr 2016 eingegangen ist. Da ist die Idee einer globalen Streaming-Plattform, die man quasi von jedem Ort der Erde erreichen kann und die noch gar nicht existiert, die man also erst einmal aufbauen muss. Absolutes Neuland. Es gab zwar bereits Netflix und Amazon Prime, die ebenfalls im Jahr 2016 ihre globalen Streaming-Plattformen gestartet haben, aber eine Plattform für Sport-Live-Ereignisse ist nochmal eine ganz andere Hausnummer.

Bei Netflix liegen vorproduzierte und perfekt codierte Filme und Serien als Datei zum Abruf auf einem Server. Man hat vor Veröffentlichung genügend Zeit, die Dateien für alle Empfangsgeräte, Systemsoftware und Länderspezifikationen vorzubereiten. Zudem sind die Zugriffszahlen zu jedem beliebigen Zeitpunkt nicht zu hoch, da nicht immer Millionen Zuschauer zum geichen Zeitpunkt die gleiche Serie oder den gleichen Film streamen. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob ein FIlm mal leicht verzögert startet oder ein wenig hakt.

Bei einem Live-Stream ist das alles anders. Wenn Samstag um 15:30 Uhr ein paar Millionen Zuschauer zeitgleich die Bundesliga sehen oder Mittwochs um 21:00 Uhr die Champions League oder der Extremfall Super Bowl im Februar, dann darf nichts schief gehen. Quasi in Real Time muss das Signal aus dem Stadion perfekt verarbeitet, codiert und wieder verteilt werden. In alle Länder der Welt, in die Datenzentren der lokalen Internet-Anbieter. 

Schon ein Nachlauf von 10-20 Sekunden ist zuviel, da die Ergebnisse heute über Push-Nachrichten auf den Handies über das Mobilfunknetz verteilt werden. Und je nachdem kann es die Stimmung beim Zuschauer versauen oder heben, wenn man eine Live-Übertragung sieht und plötzlich steht auf dem Handy ein Tor/Punkt für den Gegner, während die eigene Mannschaft gerade einen Eckstoß auf der anderen Seite des Spielfeldes ausführt oder kurz vor der Endzone 4 neue Downs hat.

Die NFL hatte früher eine eigene Plattform ausprobiert, die aber viele technische Probleme hatte. Und ein Serverabsturz oder ein eingefrorener Bildschirm im Super Bowl ist eine Horrorvorstellung für die NFL. Daher entschied man sich im Jahr 2023 für DAZN, die bis dahin eine sehr stabile Plattform aufgebaut hatten, deren Kinderkrankheiten weitgehend geheilt waren.

Und dann braucht es eben nicht nur diese Idee, sondern auch den Willen, das totale Engagement und die Bereitschaft, Milliarden von Dollar aus dem eigenen Vermögen zu investieren, mit dem Risiko des Totalverlustes, um aus der Idee Realität werden zu lassen. Und etwas zu erschaffen, was es noch nicht gab und was oft kaum einer für möglich hält.

Und keine Regierung, keine Verwaltungsbehörde, kein Politiker hat zu all dem irgendwas beigetragen. Das alles ist das Ergebnis des privaten Engagements weniger Leute. So funktioniert Kapitalismus.

Und weil viele immer über den sogenannten "Raubtierkapitalismus" ohne Regeln  schimpfen: natürlich hat die NFL auch Regeln. Also nicht nur Spielregeln, sondern die Teambesitzer einigen sich untereinander auf finanzielle und organisatorische Regeln, um in dieser Liga ein Höchstmaß an Fairness und Chancengleichheit zu ermöglichen. Nur wenn jedes Team die halbwegs realistische Chance, wenigstens alle paar Jahre mal den Super Bowl oder die Conference Finals zu erreichen, bleibt es für alle Fans spannend. Sie haben Gehaltsobergrenzen für jedes Team, komplizierte Vermarktungsregeln für die USA und das Ausland, faire Regelungen für den jährlichen Draft und vieles mehr.

Und alles mit dem einen Ziel: so viel Geld wie möglich mit diesem Sport zu verdienen. Natürlich sind die Teambesitzer auch Sportfans, aber sie könnten sich auch einfach ins Stadion oder vor den Fernseher setzen und Sport schauen, wie andere Fans auch. Aber sie sind eben auch Unternehmer und sehen Chancen, Geld zu verdienen. Daß nebenbei noch millionenschwere Charity-Summen bei rauskommen, sollte man nicht vergessen.

Und das gilt für alle großen amerikanischen Profiligen. 

Und am Ende steht dann ein "Produkt", bei dem man die besten Athleten der Welt in ihrer Sportart sehen kann. Und die verdienen mehr als in jedem anderen Sport. Die astronomischen Gehälter der Spieler werden sogar detailliert veröffentlicht und die amerikanische Öffentlichkeit feiert die Spieler nicht nur für die sportlichen Erfolge, sondern auch für ihre finanziellen Rekorde.

Und lustigerweise gibt es immer die größten Skandale und Zuschauerproteste, wenn die Chefs der Ligen auf die Idee kommen, Themen außerhalb des Sports ins Stadion zu bringen. Also vor allem politische Themen. Der Zuschauer will den besten Sport sehen. Er zahlt viel Geld dafür. Und er wird schnell sauer, wenn er in der Halbzeitpause darüber belehrt wird, wie er leben soll. Und die Ligen haben dann Jahre damit zu tun, den Imageschaden wieder zu beseitigen.

Wenn die sich auf das konzentrieren, was wichtig ist, nämlich den besten Sport zu präsentieren und damit viel Geld zu machen, dann läuft es am besten. Für alle! 

 



Dienstag, 8. September 2026

"Unsere Demokratie" bei der Arbeit...

Der Noch-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt hat folgenden Brief geschrieben:


Um es mal ganz deutlich zu sagen: dieses Vorgehen ist beispiellos in der der Geschichte der BRD!

Es gab schon immer mal wieder Wahlen kurz vor einem Wechsel des Vorsitzes der MPK! Aber noch nie - nochmal: NOCH NIE! - war das ein Grund für so ein Schreiben!

Die KI sagt dazu:

 


 

Also der vorgeschobene Grund, die angebliche Unmöglichkeit einer "einwandfreien technischen und inhaltlichen Vorbereitung" der MPK ist einfach erfunden. Erstunken und erlogen!

Es gibt diese Unmöglichkeit nicht!

Es geht allein darum, einer AfD-geführten Landesregierung den Vorsitz der MPK zu verwehren. So wie die Brandmauer-Mafia der AfD auch schon andere Rechte verwehrt hat.

So geht Machtausübung in "Unserer Demokratie™".

Ist das schon ein erster Schritt in die Richtung, die Lügen-Fritze nach der Wahl angedeutet hat, daß man denen in Sachsen-Anhalt schon die Richtung vorgeben wird und notfalls eingreifen wird?

Abgesehen von diesem einmaligen Bruch mit jahrzehntelanger politischer Tradition: 

Die Unterschrift!!!

Schaut Euch diese Unterschrift an!

Versucht mal, diese Unterschrift selbst aufzuschreiben. Da kriegt man eine Ahnung, auf welcher Stufe der intellektuellen Nahrungskette der Kerl steht.

Wahrscheinlich auf derselben Stufe wie der Namensgeber der Straße des Sitzes des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz (siehe oben die Adresse im Schreiben):




Okay, das ist nicht der Namensgeber. Der auf dem Foto schreibt sich "Altmaier". Aber es würde passen.

Der tatsächliche Namensgeber ist der ehemalige MP von Rheinland-Pfalz (1947-1969).

Egal, Spaß beiseite: dieses Vorgehen zeigt die diktatorische und willkürliche Tendenz, die unserer sogenannten Demokratie immanent ist. Und sie geht nicht von einer Oppositionspartei aus, die von mehr als einem Viertel der Brüger dieses Landes bevorzugt wird.




Die mutige "Zivilgesellschaft"

Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist durch und das "Brandmauer"-Kollektiv heult.




So mutig! Wie Sophie Scholl quasi.

Und wenn dann bald Thüringen und Sachsen wieder wählen, fällt auch der Urlaub ins Fichtelgebirge weg. Naja, Westharz ist auch schön.

Eigentlich kann er auch gleich in Bremen bleiben. Oder vielleicht mal ins bunte Gelsenkirchen fahren. Liegt sogar näher dran und er ist in unter 3 Stunden dort. Ist auch besser für seine Klimabilanz.



Dienstag, 1. September 2026

Nicht alles, was glänzt...

... ist Gold.

Die Zeitschrift Capital berichtet:




Und weiter... "Die ausländischen Investitionen in Deutschland sind einer Studie zufolge sprunghaft gestiegen. Unternehmen investierten 2025 rund 86 Milliarden Euro und damit 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus einer Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf Basis neuer Bundesbank-Daten hervorgeht."

Das klingt doch gut! Es geht wohl wieder aufwärts. Das Ausland sieht wieder gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland. Es lohnt sich wieder, zu investieren.

Wirklich?

Nicht wirklich!

Im Artikel wird zwar selbst auf die statistischen Besonderheiten bei Auslandsinvestitionen hingewiesen ("Die Direktinvestitionsflüsse können von Jahr zu Jahr stark schwanken und durch einzelne größere Transaktionen verzerrt sein. Zudem werden die Werte im Nachhinein oft noch nach oben oder unten korrigiert. Das IW hat den Gesamtwert für 2025 deshalb mit dem Median der Jahre 2015 bis 2024 verglichen: Demnach bleibt immer noch ein Anstieg von fast elf Prozent."), aber ein genauerer Blick ist hier angebracht.

Tatsächlich ist vor allem ein Land für den Anstieg in 2025 verantwortlich: Großbritannien. Dessen Investitionen in Deutschland haben den Rückgang zum Beispiel aus den USA mehr als wettgemacht. Sie belaufen sich insgesamt etwa 26 Mrd. Euro.

Erstaunlicherweise bleibt China mit 199 Mio. Euro nach wie vor nur ein "Randphänomen", wie die Zeitschrift berichtet. Das ist verwunderlich, liest man doch seit einigen Jahren, daß chinesisches Geld immer mehr deutsche Firmen übernimmt.

Wie auch immer, was hat nun den Anstieg der Investitionen aus Großbritannien bewirkt.

Etwa 40% davon, nämlich etwa 10 Mrd. Euro entfallen auf die Übernahme des deutschen Pharmaunternehmens Stada durch die britische Investmentfirma Capvest.

Weitere Mrd. flossen in die Übernahme von Facility-Dienstleistern wie Apleona oder Techem. Daran waren britische Investmentfonds beteiligt.

Außerdem wurde in Rechenzentren investiert, die aufgrund von EU-Datenschutzvorgaben in der EU physisch stationiert sein müssen. Wer also in der EU digital unterwegs sein möchte, muss halt hier bauen.

Bei Direktinvestitionen aus den USA fällt besonders der Verkauf der Sparte Fahrzeug- und Industrielacke von BASF an Carlyle.

Insgesamt sehen wir also eher eine Übernahme von bestehenden deutschen Firmen als eine breit angelegte Investition in neue Produktionsstandorte in verschiedenen Branchen.

Diese Investitionen in Einzelvorhaben mit Neugründungen und Erweiterungen gingen im Jahr 2025 sogar um 9,3 % zurück! Dabei handelt es sich aber um die pure Anzahl an Investitionsprojekten, nicht um die investierten Summen.




Daß der Rückgang im Rest der EU fast doppelt so hoch war, spricht zwar noch für Deutschland, allerdings konzentrieren sich Investoren in schwierigen Zeiten eben auf die Schwergewichte in einem Markt. Und absolut gesehen ist eben Deutschland noch die größte Volkswirtschaft Europas und hat historisch noch ein paar Vorteile gegenüber den anderen EU-Staaten.

Schaut man auf die investierten Summen in dem Bereich der Neugründungen und Erweiterungen, dann sehen wir da einen Rückgang von 49,1%!!!




Das bedeutet, daß die Zahl der Projekte leicht zurückgeht, während die Investitionssummen drastisch einbrechen.

Das erklärt sich auch aus dem starken Anstieg in den Jahren 2022-2024, den man in der Grafik sieht. Dieser Anstieg beruht allerdings auf wenigen Mega-Projekten wie Chipfabriken oder Rechenzentren. Das sind sehr große Investitionen, die auf einmal viel Geld kosten, aber sich auf wenige Projekte konzentrieren. Rechnet man diesen statistischen Ausreißer raus, befinden wir uns etwa wieder auf dem Niveau von 2020, also in dem Jahr, wo wegen der "Pandemie" die Wirtschaft weltweit auf vorübergehenden Stopp gesetzt wurde.

Grund für Optimismus besteht zwar immer, wenn es schlecht läuft, aber in diesem Fall eher nicht. Auch das minimale Wirtschaftswachstum im 1. Halbjahr 2026 sollte eigentlich nicht für Optimismus sorgen, da es vor allem durch den Staatssektor und Investitionen in der Rüstungsindustrie getrieben wird. Sowas ist selten nachhaltig und schon gar nicht mit gesamtwirtschaftlicher Basis.

Bei den ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland kann man also festhalten: Es wird also vor allem günstig eingekauft bei deutschen Firmen, die finanzielle oder strukturelle Probleme haben.

Ein Zeichen des Vertrauens in den Industriestandort Deutschland ist das jedenfalls nicht. Eher ein Ausverkauf.