Über die Erzeugung von Strom in Kernkraftwerken werden den Deutschen seit Jahrzehnten die abenteuerlichsten Lügen aufgetischt. Mit einigen dieser Lügen, die vor allem den Betrieb der Kernkraftwerke betreffen, habe ich schon hier aufgeräumt.
Jetzt, nachdem alle deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet wurden, wird eine weitere Lüge permanent durch die Medien gejagt: für den Rückbau und die Lagerung der kerntechnischen Abfälle muss der Steuerzahler aufkommen.
Was den Rückbau betrifft, ist das einfach: dafür waren, sind und werden immer verantwortlich sein die Betreiber der Kraftwerke. So steht es im Gesetz.
Was die Zwischen- und Endlagerung angeht, waren bis zum Jahr 2017 auch dafür die Betreiber verantwortlich. Der Bund hat die Arbeiten in Auftrag gegeben und dann Rechnungen an die Betreiber gestellt. War alles im AtomG geregelt.
Im Jahr 2017 wurde dann der KENFO gegründet, der "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung".
In diesen Fonds in Form einer öffentlich-rechtlichen Stiftung haben die Betreiber der ehemals 25 deutschen Kernkraftwerke im Jahr 2017 24,1 Mrd. Euro eingezahlt. Dafür hatten sie in den Jahrzehnten zuvor Rückstellungen gebildet.
Die Einrichtung des Fonds und damit die "Entlassung" der Betreiber aus der Pflicht, in Zukunft die Rechnungen zu bezahlen, war die notwendige Gegenleistung des Staates für die Abschaltung der deutschn Kernkraftwerke. Denn dadurch wurde den Betreibern die Möglichkeit genommen, in weiteren 20-30 Jahren Betriebsdauer die notwendigen Mittel aus dem Verkauf des Stroms zu erwirtschaften.
Fakt ist also: die Betreiber der Kernkraftwerke haben das Geld für die künfitge Entsorgung bezahlt. Wie gesagt, 24,1 Mrd. Euro im Jahr 2017. Und der Fonds erstattet nun dem Bund, genauer dem Umweltministerium die Kosten für Zwischenlagerung und Suche nach einem Endlager.
Und wer jetzt denkt, das Geld wäre bald alle und dann müsste der Steuerzahler einspringen, irrt sich auch hier.
Aus dem Fonds wurden seit 2017 etwa 5,3 Mrd. Euro an Lagerungskosten an den Bund überwiesen. Das Fondsvermögen betruf dennoch zum 31.12.2025 etwa 25,6 Mrd. Euro. Also mehr, als die Betreiber im Jahr 2017 eingezahlt haben.
Wie das geht?
Nun, der Fonds wird aktiv gemanged und das Geld wurde international investiert. Und die Erträge haben bisher ausgereicht, um die bisherigen Lagerungskosten zu bezahlen und sogar noch mehr Fondsvermögen zu haben als am Anfang.
Im Jahr 2024 zum Beispiel hat der Fonds eine Rendite von 9,4% erzielt. Das ist weit mehr als die Zielrendite von 4,1% pro Jahr, die benötigt wird, um die geschätzten künftigen Kosten zu erwirtschaften.
Der Fonds scheint die einzige oder eine der ganz wenigen staatlichen Einrichtungen zu sein, die mit Geld gut umgeht. Das liegt daran, daß dort keine Politiker reinreden. Die Chefin des Fonds ist Anja Mikus, eine erfahrene Investmentbankerin, die jahrzehntelang in verantwortlichen Positionen bei der Allianz, Unin Investment und anderen war.
Eine solche Kompetenz würde man sich auch in der Politik wünschen, aber da müssen wir mit Bärbel Bas auskommen. Oder mit Lügen-Fritze.
Man kann nur hoffen, daß kein Politiker je auf die Idee kommt, die Erträge des Fonds anzuzapfen, um damit Haushaltslöcher zu stopfen. Solange der Fonds professionell gemanaged wird, ist die Bezahlung der Kosten für Zwischenlagerung und Endlagersuche und -bau gesichert. Der Steuerzahler muss dafür erst mal gar nichts zahlen.
Also weder der kommerzielle Betrieb der Kernkraftwerke, noch ihr Rückbau und auch nicht die Lagerung des sog. "Atommülls", der in Zukunft evtl. sogar kein "Müll" mehr ist, sondern neuer Brennstoff, wurden nicht und müssen vom Steuerzahler bezahlt werden.
Und obwohl all diese Informationen sehr einfach für fast jedermann zu finden sind, werden weiterhin die Fake News und Lügen über die hohen Kosten der Kernkraft verbreitet.

