Der Pioneer-Newsletter schreibt heute morgen:
"... die SPD lebt nicht nur. Sie ist putzmunter – und frech ist sie auch.
Für Deutschlands älteste Partei werden in den aktuellen Prognosen nur 15 Prozent gemessen. Aber das hat die Genossen nicht demütig, sondern tollkühn gemacht.
Als Zeichen des Widerstandes lud man ein Bild auf Instagram hoch, das die Geschlossenheit der Fraktion symbolisiert. Demonstrativ provokant posierten alle 120 SPD-Bundestagsabgeordneten (inklusive Olaf Scholz) zu folgender Bildunterschrift:
"Frau Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf ist eine herausragende Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht mit einwandfreiem Werdegang und bester Qualifikation. Die SPD-Fraktion steht hinter ihr."
Und weiter:
"Geradezu lustvoll nimmt die SPD-Bundestagsfraktion die Machtprobe um die Berufung der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf zum Anlass, die CDU vorzuführen und dem Kanzler und seinem Fraktionschef einen gefährlichen Schlag zu verpassen.
Im Adenauer-Haus ist man nicht besorgt, sondern entrüstet. Und ratlos ist man auch: Woher nimmt die SPD diesen Mut? Was macht den Juniorpartner so stark, dass er sich diesen Affront zutraut?"
Danach folgen für Abonnenten hinter der Bezahlschranke fünf Antworten auf diese Frage.
Fünf? Wieso fünf?
Es gibt eine einzige Antwort, die das aktuelle politische Geschehen in Deutschland erklärt: Friedrich Merz und sein Ego!
Merz wollte Kanzler werden und will Kanzler bleiben. Punkt. Aus. Mehr Erklärungen braucht es nicht.
Das ist das Einzige, was für ihn zählt. Und für diesen Eintrag in seinem Lebenslauf schluckt er jede Kröte von jedem, der ihm diesen Posten diesseits seiner Brandmauer garantieren kann. Und das ist die Wahlverlierer-Partei SPD und die weiß das. Deswegen können sie ihm auf der Nase herumtanzen und ihn ein ums andere Mal von den Füßen auf den Kopf stellen.
Also wenn man im Adenauer-Haus tatsächlich "entrüstet und ratlos" ist, woher die SPD ihren "Mut" nimmt, dann sieht man, wie verloren und realitätsfern diese einst bürgerliche Partei ist.
Die einzige Ratlosigkeit, die in der CDU vorherrschen dürfte, und zwar bei allen außer Merz, dürfte sich darauf beziehen, wie man aus dieser Sackgasse, in die "Fritz der Umfaller" die Partei manövriert, wieder herauskommt.
Tatsächlich ist auch diese Antwort eigentlich einfach: es bräuchte eine "Meuterei". Die Parteibasis und einige, die bereit sind, ihren Posten in der Bundesfraktion und der Regierung zu verlieren, müssten sich komplett gegen den Parteichef stellen. Am besten wäre ein Rücktritt aller oder einiger Minister und eine Art Misstrauensvotum in der Partei. Gibt es sowas? Keine Ahnung. Aber es gibt sicher Wege, dem Parteichef die Gefolgschaft zu kündigen.
Die Regierung wäre kaputt, Neuwahlen wären nötig und die CDU könnte die Merkel'schen Altlasten politisch entsorgen.
Und ja, auch Merz ist eine Merkel'sche Altlast. Nicht, weil er ihr ein treuer Parteisoldat und Helfer war, sondern weil sie sein fragiles Ego vor Jahren so sehr beschädigt hat, daß er jetzt zur Aufpolierung dieses Egos bereit ist, die Partei zu zerstören.
Und natürlich konnte er aus dem Rückraum ebenfalls jahrelang beobachten und von Merkel lernen, wie man Macht in alle Richtungen absichert.
Von daher dürfte die CDU weiterhin ratlos bleiben, denn es wird zu viele geben, die von Merz' Kanzler-Existenz profitieren und sie werden diesen Status mit aller politischen Gewalt verteidigen.
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